Kostbarkeiten & Plunder

Ich werde vielleicht genötigt sein, um nicht zu versiegen, noch ein Märchen zu ersinnen, mit Köpfen, Rümpfen, Armen, Beinen und allem, was daraus folgt, die in das immergleiche Wechselspiel von unvollkommenen Schatten und zweifelhafter Klarheit geworfen werden, wie mir das schon passiert ist. - S.Beckett

Ein paar Stimmen…

November 13th, 2009 · Keine Kommentare

“Oh wer erzählt uns die Geschichte der Narcotica! -

Es ist beinahe die Geschichte der ‘Bildung’, der sogenannten höheren Bildung.”

-Nietzsche

“Ohne Verzückung keine Erste Philosophie”

“Man kann schon fast definitorisch sagen, daß ein Pilosoph jemand ist, der nicht weiß, was hohe Zustände in der Kontemplation sind. Dem zeitgenössischen Theoriebetrieb ist das Gespür dafür abhanden gekommen, daß zwischen Hochgefühl und Selbstbezug einst eine tiefe Entsprechung wahrgenommen wurde.”

“Um die ältere Realität des Drogengebrauchs zu verstehen, wäre es notwendig, die vorherrschende unheilige Allianz von Droge und Sucht aufzusprengen und beide als grundverschiedene Größen zu begreifen.“

„Das menschliche Innere begreift sich als Erscheinungsraum und Bühne für Ankommendes, Eintretendes, Durchgehendes. Anders als beim homo clausus der neuzeitlichen Individualitätsaufassung bedeutet Subjektivität im Zeitalter der sakralen Drogen eine erhöhte Verfügbarkeit oder Zugänglichkeit für das Nicht-Immer-Manifeste und doch äußerst Wirkliche, das sich in psychischen Ausnahmezuständen zu enthüllen pflegte.“

„Das Wort Droge bleibt aber solange eine Fehlbezeichnung, wie wir sie nur mit einem Interesse an ihrer chemisch-pharmazeutischen und kulturpolizeilichen Identifizierung auffassen.“

„{…} worum es geht, ist ein Wiederherstellungszauber, der den von den Pflanzen gewährten Rausch bemüht, um die menschliche Teilhabe an der Integrität der Welt wiederzuerlangen.“

„Jene verlorenen Welten, in denen es an jeder Ecke, in jedem Zelt, unter jedem magischen Baum geheimnisvoll Ankommendes, Eintretendes und Durchgehendes von der geschilderten oder anderer Art ‘geben’ konnte, unterscheiden sich von der heutigen und unsrigen nicht zuletzt dadurch, daß sie zwar einen elaborierten Gebrauch der Droge, aber keine Drogenprobleme kennen. Wohl traten die extremsten Formen des Rausches auf - von Sucht aber ist in solchen Zeiten, soviel wir wissen, nicht die Rede. Fast könnte man für diese Welten die Faustregel ausgeben: je profunder die Drogenerfahrung, desto unmöglicher die Sucht.”

Was die Suchttendenzen schon im Ansatz ausschließt, ist die rituelle Fassung der Ekstase und die sakramentale Definition der durch die Rauschmittel aufgeschlossenen Realitäten.”

„{…} Daher wäre es völlig falsch, in der Droge nur ein Mittel der Weltflucht zu sehen.“

-Sloterdijk

„Letztlich besteht die Evolution der Menschheit darin, dass sich das Bewusstsein verändert und erweitert. Die ganze kulturelle und sonstige Entwicklung hängt davon ab“

„Heutzutage leben wir in einem materialistischen Zeitalter. Viele Menschen sehen nur noch den äusseren, materiellen Teil und streben und handeln in diesem Bereich. Was dahinter steht, den geistigen Urgrund, nehmen sie nicht mehr wahr. Ich betrachte das LSD als Katalysator. Es ist ein Mittel, das unsere Aufmerksamkeit, unsere Wahrnehmung auf andere Teile, andere Inhalte unseres menschlichen Daseins lenkt, so dass wir wieder des geistigen Hintergrundes gewahr werden. Was LSD bewirkt, ist eine Reduktion der intellektuellen Kräfte zugunsten eines emotionalen Erfahrens der Welt. Man vergisst sich selbst und wird erfüllt von anderen Dimensionen des Seins, den geistigen Dimensionen, die nur mit dem Herz wahrnehmbaren Dimensionen. Insofern kann LSD Menschen helfen, die bestrebt sind, diesen unbefriedigenden, rein materiellen Aspekt der Wirklichkeit zu erweitern und mehr in das Geistige, in das Emotionale, in die Dimensionen des Schönen, des Allumfassenden, der Liebe zu gelangen. Dies ist ein Zustand der Ekstase.“

-Albert Hofmann

Tags: Andere grüne Wiesen

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